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Hier einmal in ganz persönlicher eigener Sache:

Ich schreibe offen über mein Leben, weil meine Sicht sonst niemand erzählt. Meine Beiträge sind öffentlich — und es ist völlig in Ordnung, wenn auch das Jugendamt mitliest. Ich nenne keine Namen, keine Schuldigen. Ich schreibe über ME/CFS, über Liebe, über Verlust und darüber, wie Entscheidungen manchmal weh tun. Gefühle sind keine Straftat. Meine Wahrheit auch nicht.

Manchmal sieht man an kleinen Momenten, wie festgefahren Menschen sein können.

Manchmal sieht man an kleinen Momenten, wie festgefahren Menschen sein können.

Ich wollte meinem Enkel nur frische Trauben aus dem Garten meiner Mutter bringen. Nichts Großes, nichts Dramatisches – einfach eine kleine Freude für ein Kind.

Und trotzdem wurde nicht geöffnet.

Er weiß genau, dass sich mein Enkel sich darüber freuen würde. Er weiß genau, dass ich nichts Böses will. Und trotzdem blockt er.

Das ist nicht normal. Das ist nicht gesund. Es ist das Verhalten von jemandem, der sich in einer kontrollierenden Rolle eingerichtet hat und nicht mehr herausfindet.

Ich mache weiter meinen Weg – ruhig, klar, respektvoll. Aber solche Momente sprechen für sich.

Ein Knoten, der mir zu denken gab

Ein Knoten, der mir zu denken gab

Gestern hatte ich einen dieser kurzen Momente, die einen lange beschäftigen. Ich sah meinen Enkel – 8½ Jahre alt – wie er mit seinem Stiefbruder im Pool spielte. Beide lachten, plantschten, hatten ihren Spaß. Ein ganz normaler Sommertag.

Am Rand saß seine Stiefmutter, halb hinter der Schuppentür versteckt, vertieft in ihr Handy. Nichts Ungewöhnliches, leider.

Dann fiel mein Blick auf die Badehose meines Enkels. Sie rutschte immer weiter nach unten. Also rief ich ihm zu: „Bind sie mal zu, sonst rutscht sie dir gleich ins Wasser.“

Er sah mich an – dieser Blick, der mir sofort sagte, dass etwas nicht stimmt – und sagte leise: „Ich kann das nicht.“

Ein Kind in der 3. Klasse sollte eigentlich einen einfachen Knoten binden können. Das gehört zu den kleinen Alltagsfähigkeiten, die man normalerweise früh lernt. Nicht perfekt, nicht schön – aber irgendwie.

Also habe ich mich kurz zu ihm gestellt und mit ihm geübt. Keine fünf Minuten später konnte er es. Ganz einfach. Ganz stolz.

Und genau da hat es mich getroffen. Nicht, weil er es vorher nicht konnte. Sondern weil ihm solche grundlegenden Dinge niemand zeigt. Weil diese kleinen Momente, in denen ein Kind Anleitung braucht, einfach fehlen. Momente, die nichts kosten außer Zeit und Aufmerksamkeit.

Als ich wieder ins Haus ging, war ich ehrlich gesagt auf 180. Nicht aus Wut auf ihn – im Gegenteil. Sondern weil ich sehe, wie viel Potenzial in diesem Kind steckt, und wie wenig davon gefördert wird.

Manchmal sind es nicht die großen Dinge, die fehlen. Sondern die kleinen. Ein Knoten. Eine Schleife. Ein „Komm, ich zeig dir das.“

Und genau diese Kleinigkeiten machen den Unterschied im Leben eines Kindes.

Wenn Nähe schwer wird – und warum ich nicht mehr für alle da bin

Wenn Nähe schwer wird – und warum ich nicht mehr für alle da bin

Ich war immer unabhängig. Ich habe mein Leben getragen, Entscheidungen getroffen, ohne mich klein zu fühlen. Und dann stehe ich plötzlich in einer Familiendynamik, in der ich behandelt werde, als wäre ich eine nervige Mutter, die „zu viel“ ist. Das tut weh – und es weckt alte Gefühle. Dieses Gefühl, nicht mehr durchzukommen. Dieses Gefühl, vor einer verschlossenen Tür zu stehen.

Wenn Kinder abblocken, fühlt es sich schnell so an wie früher in Beziehungen, in denen man sich bemüht hat und trotzdem nicht durchgedrungen ist. Aber heute ist es nicht Macht, sondern Überforderung. Sie stecken in ihren eigenen Konflikten, ihren eigenen Rollen. Das sagt etwas über sie – nicht über meinen Wert.

Was ich daraus gelernt habe: Ich will nicht mehr diejenige sein, die immer verfügbar ist. Nicht mehr die Allzweck-Anlaufstelle. Nicht mehr die Mutter, die alles auffängt.

Ich kümmere mich um mein Leben, meine Ruhe, meine Unabhängigkeit. Wenn wir uns begegnen, gut. Aber ich bin nicht mehr ständig da.

Das ist keine Kälte. Das ist Klarheit. Und es ist der Moment, in dem ich mir selbst wieder gehöre.

Wenn sich ein Familiensystem plötzlich verschiebt

Wenn sich ein Familiensystem plötzlich verschiebt

Es gibt Momente im Leben, in denen man spürt, dass sich etwas im eigenen Familiensystem verändert hat. Nicht laut, nicht sichtbar, sondern wie ein leiser Riss, der sich langsam durch Beziehungen zieht, die früher selbstverständlich waren.

Ich habe so einen Moment erlebt.

Über Jahre war die Beziehung zu meinem erwachsenen Kind stabil. Wir hatten unsere Höhen und Tiefen, wie jede Familie, aber der Kontakt war klar, respektvoll, warm. Mein Kind lebte früh selbstständig, in Wohngemeinschaften, später in einer Partnerschaft, und ich war nie Teil eines Konflikts. Ich war einfach da — als Mutter, als sicherer Ort, als jemand, der nicht drängte und nicht forderte.

Und dann kam ein neuer Mensch in sein Leben.

Nicht plötzlich, aber spürbar veränderte sich die Dynamik. Es war, als hätte jemand die Rollen neu verteilt, ohne dass ich gefragt wurde. Aus einer stabilen Beziehung wurde eine fragile Konstruktion, in der ich auf einmal die Figur war, die man misstrauisch beäugt. Diejenige, die angeblich „Einfluss nimmt“, „schadet“, „verantwortlich ist“ für Dinge, die ich weder ausgelöst noch verursacht habe.

Ich wurde zur Projektionsfläche.

Nicht, weil ich etwas getan hätte. Sondern weil jemand Neues in das Familiensystem kam, der selbst eine lange Geschichte von Verletzungen, Angst und Kontrollverlust mitbrachte. Ein Mensch, der gelernt hat, dass Nähe gefährlich sein kann. Dass man sich schützen muss. Dass man Feindbilder braucht, um sich sicher zu fühlen.

Und plötzlich war ich dieses Feindbild.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich ein System verschieben kann, wenn jemand mit traumatischen Erfahrungen darin auftaucht. Alte Muster wiederholen sich: Schwarz-Weiß-Denken, Misstrauen, Überempfindlichkeit, das Bedürfnis nach absoluter Loyalität. Und wer nicht in dieses Muster passt, wird zur Gefahr erklärt — selbst wenn man nur still danebensteht.

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass diese Veränderung nichts mit mir zu tun hat. Nicht mit meinem Verhalten. Nicht mit meiner Geschichte. Nicht mit meiner Rolle als Mutter.

Es ist ein Mechanismus, der entsteht, wenn ein verletzter Mensch versucht, Kontrolle über sein Leben zurückzugewinnen. Und manchmal bedeutet das, dass jemand anderes zur „Ursache“ erklärt wird — selbst wenn es objektiv nicht stimmt.

Ich habe gelernt, dass man nicht jede Rolle annimmt, die einem zugeschrieben wird. Ich habe gelernt, dass man nicht jede Schuld trägt, die jemand auf einen projiziert. Und ich habe gelernt, dass man sich selbst treu bleiben muss, auch wenn andere einen in eine Geschichte schreiben, die nicht die eigene ist.

Familie ist kompliziert. Menschen sind kompliziert. Trauma ist kompliziert.

Aber ich weiß heute: Ich bin nicht die Katastrophe. Ich bin nicht die Ursache. Ich bin nicht das Problem.

Ich bin die Person, die stabil geblieben ist, während andere in ihren eigenen Stürmen kämpfen.

Und manchmal ist das alles, was man sein kann.

Wenn ein Kind im Mittelpunkt steht: Meine Antwort auf einen öffentlichen Beitrag über 2018

Wenn ein Kind im Mittelpunkt steht: Meine Antwort auf einen öffentlichen Beitrag über 2018

Vor kurzem wurde ein öffentlicher Beitrag über das Jahr 2018 geteilt – eine sehr persönliche Sicht auf die ersten Tage nach der Geburt meines Enkels. Dieser Beitrag erzählt eine emotionale Geschichte aus der Perspektive der Mutter. Ich möchte hier meine eigene Sicht ergänzen, nicht um jemanden zu kritisieren, sondern um die Geschichte eines Kindes vollständig zu machen.

Als mein Enkel 2018 geboren wurde, befand sich die gesamte Situation in einem Zustand, der für ein Neugeborenes riskant hätte werden können. Ich habe damals gehandelt, weil ein Baby keine Zeit hat, bis Erwachsene ihre Stabilität wiederfinden. Ohne meine Aufnahme wäre er in eine Pflegefamilie gekommen. Diese Entscheidung war keine Einmischung, sondern eine notwendige Verantwortung – damit er in seiner Familie bleiben kann und nicht in fremde Hände gerät.

Ich möchte an dieser Stelle klar sagen: Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin. Ich konnte die Erkrankung der Mutter meines Enkels nicht behandeln, nicht auffangen und nicht professionell begleiten. Das lag außerhalb meiner Möglichkeiten und meiner Kompetenz. Was ich tun konnte – und tun musste – war das, was jede verantwortungsvolle Bezugsperson tun würde: ein Neugeborenes schützen, versorgen und stabilisieren, wenn die Umstände es erfordern.

Was oft übersehen wird: Ich hatte keinerlei Unterstützung. Nicht von außen, nicht von Stellen, und auch nicht von meinem Sohn. Ich stand allein da – mit einem Neugeborenen, das Nähe, Ruhe und Sicherheit brauchte, und einer Situation, die jeden überfordert hätte. Und das alles trotz meiner eigenen Erkrankung, auf die nie jemand auch nur ansatzweise Rücksicht genommen hat – weder damals noch heute. Trotzdem habe ich ihn gewickelt, beruhigt, getragen, nachts wach gelegen und dafür gesorgt, dass er in Sicherheit ist. Nicht aus Kontrolle, sondern aus Fürsorge. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.

In dem öffentlichen Beitrag fehlen diese Aspekte – die Perspektive des Kindes, das damals auf verlässliche Strukturen angewiesen war. Ein Neugeborenes braucht Menschen, die präsent bleiben, wenn es schwierig wird. Das war mein Platz, und ich habe ihn ausgefüllt, so gut ich konnte.

Heute wünsche ich ihm mehr denn je, dass er Menschen um sich hat, die ihm genau das geben. Denn am Ende geht es nicht um Vergangenheit, nicht um Vorwürfe – sondern um ein Kind, das ein stabiles Umfeld verdient.

Oft frage ich mich, ob ich „besser“ hätte reagieren können. Doch wenn ich ehrlich bin, gab es dafür keinen Raum. Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin. Ich konnte die Erkrankung der Mutter nicht behandeln, keine Diagnosen stellen und keine therapeutische Begleitung leisten. All das wären Aufgaben von Fachleuten gewesen – nicht von mir. „Besser“ wäre nur möglich gewesen, wenn 2018 ein ganzes Netzwerk aus Ärzten, Psychologen, Familienhilfe und Angehörigen bereitgestanden hätte. Das war nicht der Fall. Ich war allein – und habe unter diesen Bedingungen das Maximum getan, das ein einzelner Mensch leisten kann.

 

„Wenn eigentlich andere zur Beratung müssten“

„Wenn eigentlich andere zur Beratung müssten“

Es ist schon faszinierend, wie sich manche Geschichten entwickeln. Vor über vier Jahren war ich bei einer Familienberatung. Ganz offiziell, ganz seriös, ganz konstruktiv. Dort wurde mein Sohn eingeladen, um gemeinsam mit mir ein Gespräch zu führen. Ein neutraler Raum, eine Fachperson, die helfen sollte, Missverständnisse zu klären. Ein Angebot, das man normalerweise annimmt, wenn man wirklich an Lösungen interessiert ist.

Die Antwort meines Sohnes? Ein freundliches, bestimmtes: „Es gibt keine Probleme.“ Und damit war das Thema für ihn erledigt. Für mich natürlich nicht — denn die „nicht vorhandenen Probleme“ tauchen seitdem in Form von Anzeigen, Vorwürfen und kreativen Erzählungen immer wieder auf. Aber gut, jeder definiert „Problem“ eben anders.

Manchmal frage ich mich, ob ich damals vielleicht die falsche Person zur Beratung geschickt habe. Ich saß dort, offen, bereit zu reden, bereit zuzuhören, bereit, Verantwortung zu übernehmen. Und die andere Seite? Hat sich geweigert, überhaupt den Raum zu betreten.

Und jetzt, Jahre später, bekomme ich Anhörbögen, in denen mir erklärt wird, wie ein Strafbefehlsverfahren funktioniert. Als wäre ich diejenige, die nicht kommunizieren kann. Als wäre ich diejenige, die Konflikte eskaliert. Als wäre ich diejenige, die dringend eine Beratung bräuchte.

Dabei war ich die Einzige, die tatsächlich dort war.

Vielleicht sollte ich das nächste Mal einfach den Beratungsraum reservieren und die Einladung direkt an die richtigen Personen schicken. Mit dem Hinweis: „Keine Sorge, es gibt dort auch Kaffee. Und keine Polizei.“

Denn ganz ehrlich: Wenn jemand vier Jahre lang behauptet, es gäbe „keine Probleme“, während gleichzeitig Anzeigen geschrieben werden, dann ist das kein strafrechtliches Thema. Das ist ein Thema für Menschen, die lernen müssen, wie man Konflikte löst, bevor man Behörden einschaltet.

Aber gut. Ich bleibe ruhig, trinke meinen Kaffee, fülle meine Bögen aus und lasse die anderen ihre Dramen ausleben. Manche Menschen brauchen eben keine Polizei. Sie brauchen eine Beratung. Und zwar dringend.

 

 

„Bin ich mit meinem Blog rechtlich auf der sicheren Seite?“

„Bin ich mit meinem Blog rechtlich auf der sicheren Seite?“

Es gibt Dinge im Leben, die versteht man einfach nicht. Zum Beispiel, wie ein kleiner Junge, zu dem ich eine enge und liebevolle Bindung habe, plötzlich keinen Kontakt mehr zu mir haben darf. Nicht, weil er sich von mir abgewendet hätte. Nicht, weil er Angst vor mir hätte. Nicht, weil zwischen uns etwas vorgefallen wäre.

Sondern weil Erwachsene entschieden haben, dass es besser sei, wenn wir uns nicht sehen.

Ich schreibe das bewusst so klar, weil es mir wichtig ist: Mein Enkel hat mir selbst immer wieder gesagt, dass er mich vermisst. Er hat nie zu mir gesagt, dass er mich nicht sehen möchte. Er hat nie Distanz zu mir gesucht.

Die Tür zwischen uns wurde nicht von ihm geschlossen.

Und genau das ist der Punkt, der mich schreiben lässt.

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob mein Blog mir Probleme machen könnte. Ob ich zu offen bin. Ob ich zu ehrlich bin. Ob jemand behaupten könnte, ich würde über andere herziehen. Aber am Ende bleibt für mich eine einfache Wahrheit:

Ich schreibe nicht über Menschen. Ich schreibe über Gefühle. Ich schreibe nicht über Schuld. Ich schreibe über Schmerz. Ich schreibe nicht über Vorwürfe. Ich schreibe über das, was ich erlebe und empfinde.

Ich nenne keine Namen. Ich zeige keine Fotos. Ich stelle nach bestem Wissen keine falschen Behauptungen auf. Ich möchte niemanden beleidigen oder bloßstellen.

Ich beschreibe nur, wie es sich anfühlt, wenn ein Kind, das im selben Haus wohnt, plötzlich nicht mehr zu dir kommen darf. Wenn du seine Schritte hörst, aber nicht mehr seine Stimme. Wenn ein Kind dir immer wieder sagt, dass es dich vermisst, und ihr euch trotzdem nicht sehen dürft.

Das ist keine Fantasie. Das ist keine Übertreibung. Das ist mein persönliches Erleben.

Und genau deshalb ist mein Blog wichtig. Nicht, um jemanden anzugreifen. Nicht, um jemanden schlechtzumachen. Sondern weil ich eine Geschichte habe, die ich nicht länger in mir verschließen möchte.

Für mich steht fest: Gefühle zu beschreiben ist keine Straftat. Eigene Erfahrungen zu schildern ist keine Straftat. Ehrlich über das eigene Leben zu schreiben ist keine Straftat – solange man bei der Wahrheit bleibt und die Rechte anderer achtet.

Ich schreibe, weil Schreiben mir hilft. Ich schreibe, weil Schweigen meinen Schmerz nicht kleiner macht. Ich schreibe, weil ich meinen Weg finden muss, mit einer Situation umzugehen, die mich tief verletzt.

Vielleicht versteht mein Sohn das eines Tages. Vielleicht erkennt er irgendwann, dass mein Blog kein Angriff ist, sondern ein Ort, an dem ich meine Gedanken ordnen und meinen Gefühlen Ausdruck geben kann. Vielleicht wird irgendwann deutlich, dass Liebe sich nicht verbieten lässt, auch wenn Begegnungen verhindert werden.

Bis dahin schreibe ich weiter. Für mich. Für Daniel. Und für meine Wahrheit – so, wie ich sie erlebt habe

 

Ein Satz, der alles sagt

Ein Satz, der alles sagt

Es gibt Momente, die einen nicht loslassen, obwohl man gar nicht selbst dabei war. Man hört etwas, und plötzlich bleibt ein kleiner Knoten im Bauch zurück.

Bevor ich erzähle, worum es geht, ein kurzer Hinweis für alle, die meinen Blog nicht regelmäßig lesen:

Es geht um ein kleines Mädchen aus unserem erweiterten Familienkreis. Sie lebt nicht bei ihrer Mutter, sondern in einer anderen stabilen Umgebung. Ich selbst bin eine Art Stiefoma für sie – eine vertraute Bezugsperson, die sie schon lange kennt. Mehr muss man dazu nicht wissen.

Vor ein paar Tagen wurde mir von einer Situation erzählt, die mich seitdem beschäftigt.

Das Mädchen fährt morgen wieder zu ihrer Mutter zum regulären Besuchskontakt. Und weil ich bald Geburtstag habe, wurde sie vorab gefragt, ob sie mir gerne gratulieren und vielleicht ein kleines Geschenk überreichen möchte.

Sie wollte das. Sofort. Ohne Zögern. Doch dann fiel ein Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht:

„Ich muss das heimlich machen, sonst darf ich nicht hingehen.“

Heimlich. Ein Wort, das in einem Kinderleben nichts mit Zuneigung zu tun haben sollte.

Mir wurde außerdem berichtet, dass das Mädchen solche Situationen als „sehr laut und hektisch“ erlebt und davor Angst habe.

Mich macht das nachdenklich.

Ein Kind sollte nicht überlegen müssen, wem es gratulieren darf. Ein Kind sollte nicht flüstern müssen, was es eigentlich laut sagen möchte. Und kein Kind sollte das Gefühl haben, dass ein freundlicher Gruß zu Schwierigkeiten führen könnte.

Ich gebe diesen Vorfall nicht weiter. Nicht, weil er unwichtig wäre, sondern weil ich nicht in die offiziellen Abläufe eingebunden bin. Ich kann nur das wiedergeben, was mir erzählt wurde und was mich beschäftigt.

Ich kann daran nichts ändern, aber ich vergesse diesen Satz nicht.

Manchmal reicht ein einziger Satz aus, um nachdenklich zu machen.

Bilderbuch-Dandan der kleine Fuchs

Bilderbuch-Dandan der kleine Fuchs

Manchmal entstehen die schönsten Dinge ganz leise – aus Liebe, aus dem Wunsch, etwas Gutes zu schenken. Ich habe ein kleines Fuchs‑Buch für meinen Enkel geschrieben. Die Geschichte handelt von einem kleinen Fuchs, seiner Oma und einer weisen Eule – Figuren, die ihn begleiten sollen, ohne ihn zu überfordern.

Mir war wichtig, dass die Geschichte einfach schön ist. Kein Streit, keine dunklen Wolken – nur Wärme, Vertrauen und kleine Abenteuer, die ein Kind mit acht Jahren gut verstehen kann. Bald werde ich ihm das Buch geben, und allein der Gedanke daran erfüllt mich mit Freude.

Vielleicht ist das genau das, was Geschichten manchmal sein dürfen: ein ruhiger Ort, an dem man sich sicher fühlt – ganz ohne Belastungen, einfach mit Herz.

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