Es gibt Dinge im Leben, die macht man nicht freiwillig. Und dann gibt es Dinge, die macht man noch weniger freiwillig – zum Beispiel ein MRT. Ich und die Röhre, wir kennen uns inzwischen. 2016 durfte ich das erste Mal hinein, damals nur, um MS auszuschließen. Ein Routinecheck, nichts Dramatisches. Und dann lag da plötzlich ein kleiner heller Fleck im Bild, ein „Zufallsbefund“. Na super. Andere finden beim Aufräumen alte Fotos, ich finde beim MRT einen Fleck im Kopf.
Damals war das Ding winzig. So ein „Kann man beobachten, muss man aber nicht“-Fund. Ich hab’s beobachtet – aus sicherer Entfernung, nämlich gar nicht. Ich wollte einfach weiterleben.
Jahre später dann die nächste Runde. Und siehe da: Der Fleck war noch da, aber nicht mehr ganz so bescheiden wie 2016. Er hatte sich vergrößert. Nicht dramatisch, aber genug, dass man ihn nicht mehr ignorieren konnte. Ich hab’s trotzdem versucht. Mit mäßigem Erfolg.
Vor einem Jahr dann wieder MRT. Und diesmal war der Fleck nicht mehr nur ein Fleck, sondern ein richtiger „Hallo, hier bin ich!“-Bereich. Deutlich gewachsen, deutlich sichtbar, deutlich nervig. Ich hätte mir wirklich schönere Überraschungen gewünscht.
Und jetzt? Nächste Woche geht’s wieder in die Röhre. Die Ärzte nennen es „Kontrolle“. Ich nenne es „Staffel 3 meiner persönlichen MRT‑Serie“. Wird es spannend? Hoffentlich nicht. Ich bin eher Fan von langweiligen Befunden.
Was viele nicht sehen: Ich kämpfe nicht nur mit diesem Ding im Kopf. Ich kämpfe auch mit einer gesundheitlichen Belastung, die mich ohnehin ausbremst. Und während ich versuche, damit klarzukommen, muss ich mich gleichzeitig gegen Geschichten und Unterstellungen wehren, die seit Jahren über mich erzählt werden. Manchmal frage ich mich, ob ich heimlich in einer Reality‑Show gelandet bin, von der ich nichts weiß.
Diese ständigen Erzählungen über mich kosten Kraft. Viel Kraft. Mehr Kraft, als ich eigentlich habe. Und irgendwann kommt der Punkt, an dem man sagt: „So, jetzt reicht’s.“ Ich habe diesen Punkt erreicht.
Ich werde mich dagegen wehren – nicht, weil ich Lust auf Drama habe, sondern weil ich meine Gesundheit schützen muss. Und weil ich es leid bin, mich für Dinge zu rechtfertigen, die ich nicht getan habe.
Das MRT nächste Woche ist ein weiterer Schritt auf einem Weg, den ich mir nicht ausgesucht habe. Aber ich gehe ihn. Mit Humor, mit Ironie, mit einer Portion Trotz – und mit dem festen Willen, mich selbst ernst zu nehmen. Denn wenn ich es nicht tue, tut es keiner.

