Es gibt Momente, die einen nicht loslassen, obwohl man gar nicht selbst dabei war. Man hört etwas, und plötzlich bleibt ein kleiner Knoten im Bauch zurück.
Bevor ich erzähle, worum es geht, ein kurzer Hinweis für alle, die meinen Blog nicht regelmäßig lesen:
Es geht um ein kleines Mädchen aus unserem erweiterten Familienkreis. Sie lebt nicht bei ihrer Mutter, sondern in einer anderen stabilen Umgebung. Ich selbst bin eine Art Stiefoma für sie – eine vertraute Bezugsperson, die sie schon lange kennt. Mehr muss man dazu nicht wissen.
Vor ein paar Tagen wurde mir von einer Situation erzählt, die mich seitdem beschäftigt.
Das Mädchen fährt morgen wieder zu ihrer Mutter zum regulären Besuchskontakt. Und weil ich bald Geburtstag habe, wurde sie vorab gefragt, ob sie mir gerne gratulieren und vielleicht ein kleines Geschenk überreichen möchte.
Sie wollte das. Sofort. Ohne Zögern. Doch dann fiel ein Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht:
„Ich muss das heimlich machen, sonst darf ich nicht hingehen.“
Heimlich. Ein Wort, das in einem Kinderleben nichts mit Zuneigung zu tun haben sollte.
Mir wurde außerdem berichtet, dass das Mädchen solche Situationen als „sehr laut und hektisch“ erlebt und davor Angst habe.
Mich macht das nachdenklich.
Ein Kind sollte nicht überlegen müssen, wem es gratulieren darf. Ein Kind sollte nicht flüstern müssen, was es eigentlich laut sagen möchte. Und kein Kind sollte das Gefühl haben, dass ein freundlicher Gruß zu Schwierigkeiten führen könnte.
Ich gebe diesen Vorfall nicht weiter. Nicht, weil er unwichtig wäre, sondern weil ich nicht in die offiziellen Abläufe eingebunden bin. Ich kann nur das wiedergeben, was mir erzählt wurde und was mich beschäftigt.
Ich kann daran nichts ändern, aber ich vergesse diesen Satz nicht.
Manchmal reicht ein einziger Satz aus, um nachdenklich zu machen.