Achterbahn‑Junkies, Regenponchos, VIP‑Rollstuhl und ein mega leckeres Frühstücksbuffet
Es waren nicht einfach nur zwei Tage Europapark.
Es waren die ersten drei Tage, die ich seit Jahren, allein mit Mara unterwegs war.
Ein kleines Abenteuer, das sich größer anfühlte, als ich es vorher geahnt hätte – und das uns beiden etwas geschenkt hat, das bleibt.
Mara hat eine wunderbar ruhige und ausgeglichene Art.
Sie ist ein Kind, das nicht drängt, nicht fordert, sondern mit einer natürlichen Gelassenheit durch den Tag geht.
Und genau diese Ruhe hat unsere gemeinsame Zeit zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Tag 1 – Die Anreise, die Expeditionstruppe und ein Flammkuchen als Finale
Der Europapark liegt für uns knapp 2½ Stunden entfernt – eine Strecke, die lang genug ist, um unterwegs mindestens einmal zu überlegen, ob man wirklich alles eingepackt hat.
Aber wir waren voller Vorfreude: Heike, Jörg, Amelie, Mara und ich – eine bunte, liebevolle Truppe, bereit für zwei Tage voller Leben.
Der Park begrüßte uns mit Sonne, guter Laune und einem Nieselregen, der sich nicht entscheiden konnte, ob er bleiben oder verschwinden will.
Aber das störte uns nicht.
Wir sind Achterbahn‑Junkies.
Uns hält nichts auf.
Wir lachten, liefen, ließen uns treiben – und manchmal verliefen wir uns auch.
Amelie beobachtete alles mit ihrer ruhigen Art.
Heike und Jörg strahlten diese entspannte Gelassenheit aus, die man nur hat, wenn man weiß, dass man in guter Gesellschaft ist.
Und Mara?
Sie war im „Ich-fahre-alles“-Modus – aber gleichzeitig so ausgeglichen, so klar, so bei sich.
Ein Kind, das Abenteuer liebt, ohne hektisch zu werden.
Kurz bevor wir ins Hotel fuhren, gönnten Mara und ich uns einen Flammkuchen – warm, knusprig, und nach einem Tag voller Achterbahnen einfach himmlisch.
Der Abend im Hotel – und Mara hat noch lange nicht genug
Während ich mich schon auf die Dusche und das Bett freute, hatte Mara noch Energie.
Also ging sie mit Heike und Amelie in den Hotelpool.
Ich dagegen sank ins Bett und war kurz davor, mit dem Kopfkissen zu verschmelzen.
Am nächsten Morgen dann das Highlight:
Das Frühstücksbuffet.
Ein kleines Paradies aus frischem Brot, Obst, warmen Speisen und allem, was das Herz begehrt.
Ein Moment, in dem man einfach nur sitzt, genießt und spürt:
Wir sind zusammen. Und das tut gut.
Tag 2 – Nur Mara und ich… und der Rollstuhl, der plötzlich zum VIP‑Pass wurde
Der zweite Tag begann anders.
Mein Körper machte unmissverständlich klar:
„Heute geht’s nur mit Hilfe.“
Also lieh ich mir einen Rollstuhl aus.
Nicht als Rückschlag – sondern als Möglichkeit, diesen Tag trotzdem mit Mara zu erleben.
Und vielleicht gerade deshalb wurde dieser Tag so besonders.
Denn plötzlich waren wir ein Team auf Rädern.
Ich war Petra, die Chauffierte, ausgestattet mit einem Behindertenausweis, der uns in eine völlig neue Dimension des Freizeitpark‑Erlebens katapultierte.
Wir mussten an keiner Achterbahn mehr anstehen.
Null.
Gar nicht.
Wir konnten einfach direkt einsteigen.
Für zwei Achterbahn‑Junkies wie uns fühlte sich das an wie ein geheimer Premium‑Modus, den nur wir kannten.
Natürlich kauften wir uns auch Regenponchos – diese modischen Plastikzelte, in denen man aussieht wie ein wandelnder Müllbeutel.
Aber sie erfüllten ihren Zweck.
Bis 16 Uhr hielt das Wetter durch.
Dann kam der Regen.
Nicht irgendein Regen.
Sondern der Regen, der sagt:
„So, jetzt reicht’s. Abbruch.“
Innerhalb von Sekunden waren wir durchnässt.
Der Rollstuhl auch.
Ich sowieso.
Aber wir lachten.
Weil es so absurd war, dass es schon wieder schön war.
Und Mara?
Sie blieb ruhig.
Gelassen.
So wie sie ist.
Ein Kind, das selbst im Chaos die Balance hält.
Der Rückzug aus dem Park – und die Rettung naht
Um kurz nach 16 Uhr standen wir am Ausgang – pitschnass, aber glücklich.
Und da kamen sie: Heike und Jörg.
Ruhig, verlässlich, wie zwei Rettungsanker auf vier Rädern.
Sie sammelten uns ein, luden zwei völlig durchweichte Achterbahn‑Junkies ins Auto und brachten uns zurück ins Hotel.
Erstmal auftauen – Badewannen‑Edition
Ich war so durchgefroren, dass ich direkt in die Badewanne stieg.
Und selten hat warmes Wasser so gut getan – nicht nur meinem Körper, sondern auch meiner Seele.
Der Abend – Kentucky Fried Chicken als Happy End
Gegen 18 Uhr fuhren wir alle zusammen zu Kentucky Fried Chicken.
Warm.
Knusprig.
Fettig.
Genau das Richtige nach einem Tag, an dem wir halb im Regen ertrunken waren.
Wir saßen dort, lachten, erzählten und ließen die letzten zwei Tage langsam in uns sinken.
Fazit: Zwei Tage, die bleiben
Nach zwei Nächten im Hotel, einem Frühstücksbuffet zum Verlieben, zwei Tagen voller Achterbahnen, Regen, Lachen, VIP‑Rollstuhl‑Erlebnissen und einem Badewannen‑Rettungsprogramm fuhren wir wieder nach Hause.
Ich fühlte mich:
- müde
- glücklich
- und mit einem Herzen voller Erinnerungen
Und vielleicht war es genau deshalb so besonders:
Es waren die ersten drei Tage, die ich allein mit Mara seit Jahren verbracht habe.
Drei Tage, die uns nähergebracht haben, als ich es erwartet hätte.
Drei Tage mit einem Kind, das mit seiner ruhigen, ausgeglichenen Art selbst die chaotischsten Momente weich macht.
Tag 1 war laut, bunt und chaotisch.
Tag 2 war ruhiger, intensiver und irgendwie noch schöner – nur ich und Mara, zwei Achterbahn‑Junkies, die sich vom Wetter, vom Körper und von gar nichts aufhalten lassen.
Und ganz ehrlich:
Ich würde es wieder tun.
Vielleicht mit wasserdichten Schuhen.
Und definitiv wieder mit Mara.