September 2023

Mara´s Geburtstag 2023

Heute hatte Mara (Danis Cousine) Geburtstag.
Dani kam in einem Zustand zur Feier, der mich wirklich erschüttert hat: Sein Gesicht war verschmiert, die Jogginghose schmutzig, das T-Shirt dreckig, und sogar die Unterhose hatte er falsch herum an.

Ich habe ihn erst einmal ins Bad genommen und ihm Gesicht und Hände gewaschen – beides war noch vom Kindergarten völlig verschmutzt. Das Wasser war danach richtig dunkelbraun.

Sein Opa Bernd ging mit ihm nach oben, um die Brille zu holen. Als er zurückkam, war er sichtlich geschockt. Er meinte, er habe schon viel gesehen, aber so eine Wohnung noch nie. Selbst früher, als Kevin noch mit Danis Mutter zusammen war, sei es dort nicht so gewesen. Die Brille konnten sie nicht finden – laut Bernd war es dort kaum möglich, überhaupt etwas zu finden.

Als mein Sohn später von der Arbeit kam, fragte ich ihn nach der Brille und ob Dani sie morgens im Kindergarten getragen hatte. Seine Antwort war nur: „Keine Ahnung.“

Als ich vorsichtig fragte, ob Dani kein sauberes T-Shirt mehr habe, eskalierte die Situation plötzlich. Er schlug mit der Hand auf den Tisch und beschimpfte mich aufs Übelste, unter anderem mit „fick dich“.

Das alles passierte vor meiner Ex-Schwägerin, Opa Bernd, meiner Tochter und ihrem Freund Tobias. Es war mir unglaublich unangenehm und hat mich sehr verletzt.

Danach rief er die Jungs zusammen und ging mit ihnen nach oben.

Später kam er noch einmal herunter und fragte, ob die Brille vielleicht bei mir sei – eventuell noch vom Schwimmbad.
Tatsächlich war sie noch in meiner Tasche. Es war also erst nach etwa 24 Stunden aufgefallen, dass sie fehlte.

Allen aus der Familie (Ur-Oma Gisela, Ur-Opa Helmut, Ur-Oma Anita, Carmen, Kirsten und Opa Bernd) ist aufgefallen, wie ungepflegt und verschmutzt die Jungs waren.

Dieser Tag hat mich sehr nachdenklich und auch traurig gemacht.

Schwimmbad mit Dani

Die Autofahrt, die mir das Herz schwer machte

Wir waren auf dem Weg ins Schwimmbad, Dani und ich. Ein ganz normaler Ausflug, dachte ich. Ein bisschen Wasser, ein bisschen Lachen, ein bisschen Zeit nur für uns zwei. Doch noch bevor wir ankamen, hatte Dani mir Dinge erzählt, die mir wie kleine Steine ins Herz fielen.

Er saß hinten im Kindersitz, die Beine baumelten, die Stimme hell und vertraut. Und dann sagte er es einfach so, ohne Drama, ohne zu wissen, was seine Worte in mir auslösen würden:

Dass er manchmal hungrig ins Bett gehen muss. Dass er dann nicht gut schlafen kann, weil sein Bauch weh tut. So sachlich, so selbstverständlich, als wäre das einfach ein Teil seines Alltags.

Ich schluckte. Ich wollte ihn nicht erschrecken, wollte nicht, dass er merkt, wie sehr mich das trifft. Also hörte ich einfach zu. Aber in mir zog sich alles zusammen.

Und dann erzählte er weiter. Ganz beiläufig, als würde er von einem Spiel erzählen:

Dass Papa über rote Ampeln fährt. Aber das sei „nicht schlimm“, sagte er, „weil keine Polizei da war“.

Ein Kind, das versucht, die Welt zu verstehen. Ein Kind, das Regeln kennt — und gleichzeitig lernt, dass manche Menschen sie einfach ignorieren. Ein Kind, das sich anpasst, statt geschützt zu werden.

Ich fuhr weiter, ruhig, so ruhig ich konnte. Doch in mir war ein Sturm. Nicht laut, nicht wütend — eher dieses tiefe, schwere Gefühl, wenn man merkt, dass ein kleiner Mensch Dinge erlebt, die er nicht erleben sollte.

Dani erzählte weiter, fröhlich, unbeschwert. Er wusste nicht, was seine Worte bedeuteten. Aber ich wusste es.

Und in diesem Moment wurde mir klar, wie wichtig es ist, dass er bei mir reden kann. Dass er sich sicher fühlt. Dass er weiß: Bei mir darf alles gesagt werden. Auch das, was weh tut.

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