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Hier einmal in ganz persönlicher eigener Sache:

Ich schreibe offen über mein Leben, weil meine Sicht sonst niemand erzählt. Meine Beiträge sind öffentlich — und es ist völlig in Ordnung, wenn auch das Jugendamt mitliest. Ich nenne keine Namen, keine Schuldigen. Ich schreibe über ME/CFS, über Liebe, über Verlust und darüber, wie Entscheidungen manchmal weh tun. Gefühle sind keine Straftat. Meine Wahrheit auch nicht.

Warum ich jetzt wieder zum Anwalt gehe

Warum ich jetzt wieder zum Anwalt gehe

Manchmal trifft man Entscheidungen nicht, weil man sie möchte, sondern weil sie notwendig geworden sind. Meine Entscheidung, wieder zum Anwalt zu gehen, gehört genau in diese Kategorie.

Ich habe lange gehofft, dass sich die Situation von selbst beruhigt. Dass sich Dinge klären, wenn man Abstand hält. Dass Fairness irgendwann von allein zurückkehrt.

Hat sie aber nicht.

Was sich verändert hat

In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit den Vorgängen der letzten Jahre beschäftigt. Ich habe alte Nachrichten sortiert, Beweise geordnet, Zeitlinien erstellt und vieles davon mit KI‑Tools analysiert, um endlich einen klaren Überblick zu bekommen.

Dabei ist etwas passiert, das ich nicht erwartet hatte:

Ich sehe heute deutlicher als damals, was wirklich passiert ist.

Und ich sehe auch, was damals übersehen wurde.

Warum ich diesen Schritt jetzt gehe

Es gibt drei Gründe, die für mich ausschlaggebend sind:

1. Ich habe neue, klare Beweise

Dinge, die 2024 nicht vorlagen oder nicht berücksichtigt wurden:

  • Chatverläufe aus drei Jahren stabiler Familienzeit
  • Drohnachrichten aus 2018
  • die dokumentierte Sachbeschädigung vom Januar 2026
  • eine vollständige Chronologie
  • eine strukturierte Beweisübersicht

Diese Beweise zeigen ein anderes Bild als das, das damals im Gerichtssaal stand.

2. Mein Enkel wurde damals nicht richtig vertreten

Er hat klar gesagt, was er wollte. Trotzdem wurde im Gericht etwas anderes dargestellt.

Das war der Punkt, der mich heute nicht mehr loslässt. Wenn ein Kind deutlich spricht, sollte man es nicht übergehen.

3. Ich möchte eine faire Neubewertung

Nicht mehr, nicht weniger.

Ich gehe nicht zum Anwalt, um jemanden anzugreifen. Ich gehe zum Anwalt, weil ich möchte, dass die Situation korrekt bewertet wird — mit allen Informationen, die heute vorliegen.

Was ich mir davon erhoffe

Keine großen Versprechen. Keine dramatischen Wendungen.

Nur das:

Eine sachliche, faire Neubetrachtung. Mit vollständigen Informationen. Mit einem neutralen Blick. Und mit der Stimme meines Enkels, die diesmal nicht überhört wird.

Mein Fazit

Ich gehe wieder zum Anwalt, weil es jetzt notwendig ist. Weil ich heute mehr weiß als damals. Weil ich die Verantwortung habe, Dinge richtigzustellen. Und weil ich nicht möchte, dass alte Fehler weiterwirken, obwohl neue Fakten auf dem Tisch liegen.

Mehr ist es nicht. Und weniger auch nicht.

*„Dieser Beitrag dient ausschließlich der sachlichen Darstellung meiner Entscheidung und erhebt keinerlei Vorwürfe gegen einzelne Personen.“

Wasser des Mains überschreitet kritische Marke – Leben im Fluss akut gefährdet

Wasser des Mains überschreitet kritische Marke – Leben im Fluss akut gefährdet

Quelle:

Manchmal erzählt ein Fluss die Wahrheit leiser als jeder Mensch. Der Main tut das gerade. Während oben am Ufer die Leute über die Hitze stöhnen und Ventilatoren aus den Baumärkten schleppen, kämpft unten im Wasser ein komplettes Ökosystem um Luft. Nicht irgendwann. Jetzt. Direkt vor unserer Haustür.

Über eine Woche lang war der Main wärmer, als ein Fluss es aushält. 25 Grad – für uns ein netter Badetag, für Fische der Anfang vom Ende. Warmes Wasser hält kaum Sauerstoff. Und wenn die Luft im Wasser knapp wird, wird jedes Lebewesen dort unten plötzlich zum Überlebenskünstler, weil wir Menschen es nicht geschafft haben, rechtzeitig zu handeln.

Der Main heizt schneller auf als andere Flüsse, weil man ihn seit Jahrzehnten in Staustufen gezwängt hat. Ein Fluss, der nicht fließen darf, wird träge – und warm. Das weiß jeder Gewässerökologe. Aber man hat den Main trotzdem behandelt wie eine praktische Wasserleitung für Industrie und Schifffahrt. Hauptsache bequem. Hauptsache wirtschaftlich. Hauptsache niemand muss etwas ändern.

Und die Regierung? Sie hält große Reden über Klimaziele, während der Fluss nebenan langsam erstickt. Man „fordert“ die Industrie auf, Abwasser zu kühlen. Fordert. Nicht verpflichtet. Nicht kontrolliert. Ein höflicher Hinweis, während Fische nach Sauerstoff schnappen. So regiert man nicht. So verwaltet man ein Problem, bis es größer wird.

Ich bin grünwählend, weil ich glaube, dass man Verantwortung nicht nur predigt, sondern lebt. Und genau deshalb macht mich diese aktuelle Politik so wütend. Dieses ewige „Wir schauen mal“, „Wir prüfen“, „Wir empfehlen“. Währenddessen wird ein lebendiger Fluss zur warmen Brühe, in der Leben nur noch knapp über der Grenze existiert.

Renaturierung, Schattenzonen, echte Vorgaben – alles kommt viel zu spät. Und der Main zeigt uns, was passiert, wenn man Erwärmung ignoriert: Ein Ökosystem bricht nicht plötzlich zusammen. Es bricht langsam. Stück für Stück. Und wir schauen zu, als wäre es ein Naturfilm.

Die nächste Hitzewelle kommt. Natürlich kommt sie. Die Frage ist nur, ob der Main dann noch genug Kraft hat, um weiterzuerzählen – oder ob wir irgendwann nur noch die Stille hören, die bleibt, wenn man zu lange gewartet hat.

Und ja: Ich wähle Grün, weil ich keine Regierung will, die Flüsse bittet, statt sie schützt. Weil ich Politik will, die handelt, bevor ein Fluss um Luft ringt. Weil ich es satt habe, dass man Natur erst ernst nimmt, wenn sie tot ist.

Manchmal schaue ich

Manchmal schaue ich

Manchmal schaue ich in die politische Debatte und frage mich, ob wir kollektiv beschlossen haben, dass Realität optional ist. Die komplette Ablehnung der Grünen – quer durchs bürgerliche Wohnzimmer bis tief in die Kommentarspalten – wirkt inzwischen wie ein Volkssport. Und zwar einer ohne Regeln, aber mit sehr viel Lautstärke.

Dabei ist die Erklärung herrlich simpel: Die Grünen sind die Überbringer der schlechten Nachricht. Nicht die Verursacher. Nicht die Verbieter. Nur die, die sagen: „Äh… Leute? Die Welt verändert sich. Vielleicht sollten wir das berücksichtigen.“

Und genau dafür werden sie behandelt, als hätten sie persönlich jedem Deutschen den Heizkessel aus dem Keller getragen und dabei noch den Sonntagsbraten verboten. Ironischerweise tun sie all das, was man ihnen unterstellt, gar nicht. Keine Verbote, keine Umerziehung, keine Radikalität. Sie bemühen sich sogar um Verständnis – was in manchen Kommentarspalten ungefähr so sinnvoll ist wie ein Regenschirm im Orkan.

Aber gut. Wer die schlechte Nachricht bringt, wird selten mit Kuchen empfangen.

Ich sitze dann da, nippe an meinem Kaffee und denke: Die Realität ist halt wie sie ist. Sie verschwindet nicht, nur weil man sie anschreit oder auf eine Partei projiziert, die zufällig den Mut hat, sie auszusprechen. Der Transformationsdruck ist real – egal, ob man ihn mag oder nicht.

Und manchmal wünsche ich mir, wir würden alle einmal tief durchatmen, die Lautstärke runterdrehen und uns daran erinnern, dass man den Überbringer der Nachricht nicht erschießen muss. Man könnte auch einfach zuhören.

Aber ich bin Liefie. Ich beobachte, ich schmunzle, ich schüttele den Kopf – und schreibe es auf. Weil Ignorieren noch nie eine Lösung war.

In the end „Depeche Mode“

In the end „Depeche Mode“


„In The End (Memento Mori Sessions)“

Da ist niemand
Wir kommen nirgendwo hin
Wir sind alle nichts
Am Ende
Wir sind schwerelos
endlos schwebend
Wir werden wieder zu Staub werden
Am EndeSchaust du für immer zurück?
In der Vergangenheit zwischen den Rissen
Sinn erfinden, wenn keiner da ist
Funken in die Schwärze werfen
Der Himmel weiß, was sich darunter verbirgt.
Ich benutze diese Worte ohne Glauben
Hilft dir der Himmel, wenn du betest?
Ich glaube jedenfalls nicht.Da ist niemand
Wir kommen nirgendwo hin
Wir sind alle nichts
Am Ende
Wir sind schwerelos
endlos schwebend
Wir werden wieder zu Staub werden
Am EndeDas sind komplizierte Tage
Chaos, Verwirrung und Verfall
Ich konnte endlosen Gebeten nichts vorlügen.
In den Nächten, in denen du wach lagst
Während das Make-up aufgetragen wird
Sekunden, die die Linie herausarbeiten
All diese Leere im Inneren
Nichts Glänzendes oder GöttlichesDa ist niemand
Wir kommen nirgendwo hin
Wir sind alle nichts
Am Ende
Wir sind schwerelos
endlos schwebend
Wir werden wieder zu Staub werden
Am Ende

Wir warten
Für den Tag
Damit Hoffnung auf uns zukomme
Um etwas zu haben, woran man glauben kann
Um dieses Gefühl zu neutralisieren
Auf der Suche nach einem Zeichen
Ein Licht, das die Blinden leitet
Um uns vor dem Todeskampf zu retten
ständiges Warten
Ich weiß

Da ist niemand
Wir kommen nirgendwo hin
Wir sind alle nichts
Am Ende
Wir sind schwerelos
endlos schwebend
Wir werden wieder zu Staub werden
Am Ende


There’s noone
Going nowhere
We’re all nothing
In the end
We’re weightless
Floating endlessly
We’ll be dust again
In the endAre you forever looking back
At the past between the cracks
Inventing sense when none is at
Throwing sparks into the black
Heaven knows what’s underneath
I use these words without belief
Does heaven help you when you pray
I don’t think so anywayThere’s noone
Going nowhere
We’re all nothing
In the end
We’re weightless
Floating endlessly
We’ll be dust again
In the endThese are complicating days
Chaos, confusion and decay
I couldn’t lie to endless pray
On the nights you laid awake
As the make up gets applied
Seconds etching out the line
All this emptiness inside
Nothing shiny or divine

There’s noone
Going nowhere
We’re all nothing
In the end
We’re weightless
Floating endlessly
We’ll be dust again
In the end

We’re waiting
For the day
For hope to come our way
For something to believe in
To nullify this feeling
Looking for a sign
A light to guide the blind
To save us from our death throes
Waiting all the time
I know

There’s noone
Going nowhere
We’re all nothing
In the end
We’re weightless
Floating endlessly
We’ll be dust again
In the end

Innere Freiheit – oder: Warum ich heute nicht mehr in fremden Filmen mitspiele

Innere Freiheit – oder: Warum ich heute nicht mehr in fremden Filmen mitspiele

Es gibt einen Punkt im Leben, an dem man merkt, dass man ständig in Geschichten auftaucht, für die man nie ein Drehbuch bekommen hat. Man wird besetzt, bewertet, interpretiert – und steht plötzlich mitten in einem Drama, das man selbst gar nicht bestellt hat.

Irgendwann habe ich beschlossen, dass ich aussteige. Nicht laut. Nicht wütend. Einfach… still.

Innere Freiheit fühlt sich für mich an wie dieser Moment, in dem man merkt: Ich muss nicht mehr auf jede Bühne, nur weil jemand den Vorhang aufzieht.

Ich habe aufgehört, Rollen anzunehmen, die mir nicht passen. Ich habe aufgehört, mich für Dinge zu erklären, die ich längst hinter mir gelassen habe. Ich habe aufgehört, mich in Diskussionen ziehen zu lassen, die nur im Kopf anderer existieren.

Und ganz ehrlich: Es ist erstaunlich, wie leicht man wird, wenn man nicht mehr versucht, die Welt zu reparieren.

Innere Freiheit heißt für mich: Ich bleibe freundlich, aber ich bleibe bei mir. Ich sehe, was passiert, aber ich mache nicht mehr mit. Ich wünsche allen das Beste, aber ich trage nicht mehr die Last ihrer Geschichten.

Ich bin nicht weg – ich bin einfach nicht mehr verfügbar für Chaos, das nicht meines ist.

Und das fühlt sich ziemlich gut an.

Wenn der Körper nicht mehr zurückschaltet: Mein Weg seit Mitte Mai

Wenn der Körper nicht mehr zurückschaltet: Mein Weg seit Mitte Mai

Seit meinem zweitägigen Besuch im Europapark Mitte Mai hat sich mein Zustand deutlich verändert. Ich bin noch weniger belastbar als vorher. Mein Körper reagiert schneller und heftiger.

ME/CFS begleitet mich seit vielen Jahren, aber nach diesen zwei Tagen im Park hat sich mein Zustand spürbar verschlechtert. Es fühlt sich an, als hätte sich eine zusätzliche Schicht Erschöpfung aufgebaut, die einfach nicht mehr verschwindet.

Einkaufen bedeutet im Moment mindestens zwei Tage völlige Kraftlosigkeit. In dieser Zeit schaffe ich kaum mehr als einen Kaffee zu machen oder ein Brot zu schmieren. Selbst kleine Tätigkeiten wie Duschen oder die Waschmaschine füllen bringen mich in einen Zustand, der sich wie ein kompletter Zusammenbruch der Kräfte anfühlt.

Das ist die Realität meines Körpers – ein Alltag, der plötzlich nicht mehr funktioniert wie früher.

Meine Ärztinnen und Ärzte können mir bisher nicht erklären, warum mein Körper so stark reagiert. Ich kann nur beschreiben, wie es sich anfühlt, wenn ME/CFS nach einer Überlastung nicht mehr zurückschaltet. Was früher selbstverständlich war, ist heute ein Kraftakt. Und vieles, was früher ein Kraftakt war, ist jetzt schlicht nicht mehr machbar.

Wenn ein Kind im Mittelpunkt steht: Meine Antwort auf einen öffentlichen Beitrag über 2018

Wenn ein Kind im Mittelpunkt steht: Meine Antwort auf einen öffentlichen Beitrag über 2018

Vor kurzem wurde ein öffentlicher Beitrag über das Jahr 2018 geteilt – eine sehr persönliche Sicht auf die ersten Tage nach der Geburt meines Enkels. Dieser Beitrag erzählt eine emotionale Geschichte aus der Perspektive der Mutter. Ich möchte hier meine eigene Sicht ergänzen, nicht um jemanden zu kritisieren, sondern um die Geschichte eines Kindes vollständig zu machen.

Als mein Enkel 2018 geboren wurde, befand sich die gesamte Situation in einem Zustand, der für ein Neugeborenes riskant hätte werden können. Ich habe damals gehandelt, weil ein Baby keine Zeit hat, bis Erwachsene ihre Stabilität wiederfinden. Ohne meine Aufnahme wäre er in eine Pflegefamilie gekommen. Diese Entscheidung war keine Einmischung, sondern eine notwendige Verantwortung – damit er in seiner Familie bleiben kann und nicht in fremde Hände gerät.

Ich möchte an dieser Stelle klar sagen: Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin. Ich konnte die Erkrankung der Mutter meines Enkels nicht behandeln, nicht auffangen und nicht professionell begleiten. Das lag außerhalb meiner Möglichkeiten und meiner Kompetenz. Was ich tun konnte – und tun musste – war das, was jede verantwortungsvolle Bezugsperson tun würde: ein Neugeborenes schützen, versorgen und stabilisieren, wenn die Umstände es erfordern.

Was oft übersehen wird: Ich hatte keinerlei Unterstützung. Nicht von außen, nicht von Stellen, und auch nicht von meinem Sohn. Ich stand allein da – mit einem Neugeborenen, das Nähe, Ruhe und Sicherheit brauchte, und einer Situation, die jeden überfordert hätte. Und das alles trotz meiner eigenen Erkrankung, auf die nie jemand auch nur ansatzweise Rücksicht genommen hat – weder damals noch heute. Trotzdem habe ich ihn gewickelt, beruhigt, getragen, nachts wach gelegen und dafür gesorgt, dass er in Sicherheit ist. Nicht aus Kontrolle, sondern aus Fürsorge. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.

In dem öffentlichen Beitrag fehlen diese Aspekte – die Perspektive des Kindes, das damals auf verlässliche Strukturen angewiesen war. Ein Neugeborenes braucht Menschen, die präsent bleiben, wenn es schwierig wird. Das war mein Platz, und ich habe ihn ausgefüllt, so gut ich konnte.

Heute wünsche ich ihm mehr denn je, dass er Menschen um sich hat, die ihm genau das geben. Denn am Ende geht es nicht um Vergangenheit, nicht um Vorwürfe – sondern um ein Kind, das ein stabiles Umfeld verdient.

Oft frage ich mich, ob ich „besser“ hätte reagieren können. Doch wenn ich ehrlich bin, gab es dafür keinen Raum. Ich bin keine Ärztin und keine Psychologin. Ich konnte die Erkrankung der Mutter nicht behandeln, keine Diagnosen stellen und keine therapeutische Begleitung leisten. All das wären Aufgaben von Fachleuten gewesen – nicht von mir. „Besser“ wäre nur möglich gewesen, wenn 2018 ein ganzes Netzwerk aus Ärzten, Psychologen, Familienhilfe und Angehörigen bereitgestanden hätte. Das war nicht der Fall. Ich war allein – und habe unter diesen Bedingungen das Maximum getan, das ein einzelner Mensch leisten kann.

 

Wie ein Buch von 1980 mein Denken bis heute prägt

Es gibt Bücher, die liest man, stellt sie ins Regal und vergisst sie. Und dann gibt es Bücher, die setzen sich fest wie ein gut gemeinter Ohrwurm. Bei mir war das 1980 die Transaktionsanalyse von Eric Berne. Damals war ich jung, neugierig und ziemlich sicher, dass man mit ein bisschen Psychologie die Welt besser versteht. Heute weiß ich: Man versteht damit vor allem sich selbst — und das ist manchmal schon Herausforderung genug.

Warum dieses Buch hängen blieb

Die Transaktionsanalyse ist kein kompliziertes Fachwerk, das man mit Stirnrunzeln und Bleistift im Anschlag durcharbeiten muss. Sie ist erstaunlich alltagstauglich. Drei Ich‑Zustände, ein paar Kommunikationsmuster, ein paar „Spiele“, die wir Menschen so treiben — und plötzlich sieht man Gespräche nicht mehr nur als Worte, sondern als kleine psychologische Theaterstücke.

Ich habe das damals nicht nur gelesen. Ich habe es verinnerlicht. So sehr, dass ich heute oft automatisch erkenne, aus welchem inneren „Ich“ jemand gerade spricht. Und manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich innerlich denke: „Ah, da spricht gerade das kritische Eltern‑Ich. Interessant.“ Ja, ich weiß. Klingt nerdig. Ist aber praktisch.

Die drei Ich‑Zustände – mein inneres Trio

Seit 1980 laufen sie bei mir wie kleine Figuren durchs Leben:

  • Eltern‑Ich: streng, fürsorglich, manchmal leicht genervt.
  • Erwachsenen‑Ich: sachlich, ruhig, lösungsorientiert.
  • Kind‑Ich: kreativ, trotzig, lebendig — je nach Tagesform.

Wenn man das einmal verstanden hat, sieht man Gespräche anders. Man hört nicht nur was jemand sagt, sondern von wo aus er es sagt.

Und das verändert alles.

Kommunikation ohne Drama – danke, TA

Die TA hat mir beigebracht, Konflikte nicht sofort persönlich zu nehmen. Wenn jemand patzig reagiert, heißt das nicht automatisch: „Er mag mich nicht.“ Es heißt oft nur: „Sein Kind‑Ich hat gerade schlechte Laune.“ Oder: „Sein Eltern‑Ich hat heute Überstunden.“

Das entspannt ungemein.

„Ich bin OK – du bist OK“ – der Satz, der bleibt

Dieser Grundsatz der TA hat mich durch viele Lebensphasen getragen. Er ist einfach, aber nicht simpel. Er bedeutet: Ich bin wertvoll. Du bist wertvoll. Auch wenn wir uns gerade nicht verstehen. Auch wenn das Leben kompliziert ist. Auch wenn Kommunikation mal schiefgeht.

Für mich ist das bis heute einer der stabilsten inneren Anker.

Warum ich das heute schreibe

Weil ich gemerkt habe, dass dieses alte Buch aus 1980 mich bis heute begleitet. Nicht als Theorie, sondern als Haltung. Als Werkzeug. Als leiser Kompass im Alltag.

Und vielleicht ist das die eigentliche Stärke der Transaktionsanalyse: Sie ist kein psychologisches Modell, das man auswendig lernt. Sie ist eine Art, die Welt zu sehen — klarer, menschlicher, gelassener.

Manchmal sogar mit einem kleinen Schmunzeln.

Mein neues Samsung‑Notebook – und die Rückkehr der Kreativität

Mein neues Samsung‑Notebook – und die Rückkehr der Kreativität

Es ist schon verrückt, wie sich Dinge verändern können. Mein neues Samsung‑Notebook macht langsam richtig Spaß. Zusammen mit den ganzen KI‑Anwendungen und Windows 11 fühlt es sich an, als hätte ich plötzlich wieder eine Werkstatt für Ideen – nur eben digital.

Trotz ME/CFS kann ich endlich wieder kreativ werden. Nicht mit Dreamweaver, nicht mit Photoshop, sondern auf eine ganz neue Art. Leichter, spontaner, freier. Ich kann schreiben, gestalten, ausprobieren – direkt vom Bett aus.

Es ist fast, als hätte mir die Technik ein Stück Selbstständigkeit zurückgegeben. Ich baue nach und nach alle meine früheren Blogtexte in einen einzigen neuen Blog ein. Das ist viel Arbeit, ja. Aber da ich ohnehin die meiste Zeit ans Bett gefesselt bin, fühlt sich diese Arbeit nicht wie Belastung an, sondern wie Bewegung. Wie ein kleiner Schritt zurück ins Leben.

Und jedes Mal, wenn ich den Laptop aufklappe, denke ich: So geht Kreativität heute – mit Herz, mit Technik und mit einer guten Portion Zuversicht.

Wenn meine Worte endlich ankommen

Wenn meine Worte endlich ankommen

Manchmal schreibt man einfach drauflos, weil es gut tut. Weil Worte Ordnung schaffen, wo das Leben manchmal chaotisch ist. Und dann kommt der Moment, in dem man merkt: Jetzt liest jemand mit, der sonst nur Akten liest.

Genau das ist bei mir passiert. Das Jugendamt schaut sich meine Facebook‑Seite an — und wahrscheinlich auch meinen Blog. Nicht überraschend, nicht heimlich, sondern genau so, wie ich es wollte.

Ich habe lange genug erlebt, wie Geschichten nur halb erzählt werden. Wie Entscheidungen getroffen werden, ohne dass jemand versteht, wie es sich für die Menschen anfühlt, die mittendrin stehen. Wie schnell man in eine Rolle gedrängt wird, die mit der Realität wenig zu tun hat.

Und dann kommt noch etwas dazu, das man nicht sieht, wenn man nur auf Papier schaut: ME/CFS. Eine Krankheit, die leise ist, aber laut wirkt. Die den Körper ausbremst, den Kopf vernebelt, die Energie frisst und den Alltag zu einem Minenfeld macht. Eine Krankheit, die man nicht „wegdenkt“, nicht „wegschläft“, nicht „wegorganisiert“.

Was weh tut: Dass genau diese Krankheit manchmal gegen mich verwendet wird. Als wäre Erschöpfung ein Charakterfehler. Als wäre Überforderung ein Beweis für Unfähigkeit. Als wäre ein Körper, der nicht regeneriert, ein Argument gegen meine Liebe, meine Fürsorge, meine Verantwortung.

Aber ME/CFS macht mich nicht weniger Mutter. Nicht weniger Oma. Nicht weniger Mensch. Es macht mich nur müder — und manchmal verletzlicher.

Deshalb schreibe ich. Nicht, um jemanden schlecht zu machen. Nicht, um Drama zu erzeugen. Sondern weil ich endlich wollte, dass auch meine Seite der Geschichte sichtbar wird.

Meine Texte sind persönlich, manchmal schmerzhaft, manchmal humorvoll, aber immer ehrlich. Sie zeigen, wie es ist, wenn man Verantwortung trägt, wenn man liebt, wenn man kämpft, wenn man Fehler macht und trotzdem weitermacht. Sie zeigen, dass hinter jeder Akte ein Mensch steht — mit Herz, mit Geschichte, mit Verletzungen und mit Hoffnung.

Wenn das Jugendamt nun mitliest, dann sehen sie nicht nur das, was andere erzählen. Sie sehen meine Gedanken, meine Sicht, meine Realität. Und vielleicht verstehen sie dadurch ein bisschen besser, warum manche Entscheidungen weh tun, warum manche Situationen kompliziert sind, und warum ich trotzdem jeden Tag versuche, das Richtige zu tun.

Ich habe nichts zu verstecken. Nur etwas zu erklären.

Und manchmal ist das der wichtigste Schritt überhaupt.

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