Es gibt Dinge, die mich immer wieder beschäftigen. Nicht laut, nicht dramatisch, sondern eher dieses stille Kopfschütteln, das man innerlich macht, wenn man sieht, wie Erwachsene sich verhalten. Ganz oben auf dieser Liste: Situationen, in denen Kinder zum Spielball werden.
Manchmal frage ich mich, ob es wirklich so schwer ist, ein Kind einfach Kind sein zu lassen. Ohne Hintergedanken. Ohne Machtspielchen. Ohne diese kleinen Sticheleien, die eigentlich gar nichts mit dem Kind zu tun haben, sondern nur mit den Erwachsenen, die sich gegenseitig etwas beweisen wollen.
Und dann stehe ich da und denke mir: „Aha. Wieder einmal wird ein Kind benutzt, weil die Großen ihre eigenen Themen nicht geregelt kriegen.“
Das Traurige daran ist: Kinder merken viel mehr, als man ihnen zutraut. Sie spüren Spannungen, unausgesprochene Dinge, verdrehte Geschichten. Sie verstehen vielleicht nicht die Worte, aber sie fühlen die Atmosphäre. Und genau das bleibt hängen.
Kann man etwas dagegen tun? Nicht das, was man am liebsten tun würde. Man kann nicht dazwischen springen, nicht alles geradebiegen, nicht die Welt reparieren.
Aber man kann sich weigern, mitzuspielen.
Man kann ruhig bleiben, auch wenn andere laut werden. Man kann Grenzen setzen, ohne zu kämpfen. Man kann dem Kind einen Ort geben, an dem es nicht benutzt wird, nicht bewertet, nicht zwischen die Fronten geschoben.
Und manchmal ist genau das der größte Unterschied.
Ich habe für mich entschieden: Ich bleibe bei mir. Ich mache nicht mit bei den Spielen anderer. Ich lasse mich nicht in Geschichten hineinziehen, die gar nicht meine sind. Und ich bleibe der Mensch, bei dem ein Kind einfach nur Kind sein darf.
Vielleicht kann man die Welt nicht ändern. Aber man kann wenigstens dafür sorgen, dass sie bei einem selbst ein bisschen weniger kompliziert ist.