Mastodon

Hier einmal in ganz persönlicher eigener Sache:

Ich schreibe offen über mein Leben, weil meine Sicht sonst niemand erzählt. Meine Beiträge sind öffentlich — und es ist völlig in Ordnung, wenn auch das Jugendamt mitliest. Ich nenne keine Namen, keine Schuldigen. Ich schreibe über ME/CFS, über Liebe, über Verlust und darüber, wie Entscheidungen manchmal weh tun. Gefühle sind keine Straftat. Meine Wahrheit auch nicht.

Veröffentlicht in

orthostatischen Intoleranz (OI)

Kurzfassung zuerst: Für ME/CFS‑Betroffene mit Orthostatischer Intoleranz (OI) besteht die Behandlung aus drei Säulen:

  1. Belastung vermeiden (Pacing + liegende Aktivitäten)
  2. Kreislauf stabilisieren (Flüssigkeit, Salz, Kompression, Positionstricks)
  3. Medikamentöse Optionen, wenn die Symptome trotz Basismaßnahmen stark bleiben.

Die folgenden Schritte sind speziell auf ME/CFS abgestimmt und basieren auf aktuellen Leitfäden der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS und Charité-Forschung. Ich bleibe bewusst allgemein – konkrete Dosierungen oder persönliche Therapiepläne gehören in ärztliche Hände.

🧭 Behandlungsschritte speziell für ME/CFS + OI

1) Pacing als Grundpfeiler

Der wichtigste Punkt: PEM vermeiden, denn jeder Crash kann die OI verschlimmern. Für ME/CFS gilt laut Leitfaden:

  • Aktivitäten unter der Belastungsgrenze halten
  • Aufgaben liegend erledigen, wenn möglich (z. B. Computerarbeit)
  • Körperliche und geistige Tätigkeiten abwechseln, um das autonome Nervensystem zu entlasten
  • Belastende Tätigkeiten (Einkaufen, Putzen) delegieren, wenn sie PEM auslösen können

 

2) Nicht-medikamentöse Kreislaufstabilisierung

Diese Maßnahmen gelten als Standard bei OI und sind für ME/CFS besonders wichtig:

Flüssigkeit & Salz

  • Viel trinken über den Tag verteilt
  • Salz erhöhen (ärztlich abklären, wenn Herz‑ oder Nierenprobleme bestehen)

Kompression

  • Kompressionsstrümpfe Klasse II oder Ganzbein-Kompression
  • Stabilisiert venösen Rückfluss und reduziert Hirndurchblutungsabfall

Positionstricks

  • Langsames Aufrichten
  • Beine hochlegen bei Symptomen
  • Liegend arbeiten, lesen, telefonieren
  • Kurze „Gegenmanöver“: Beine kreuzen, Waden anspannen, leichtes Pressen

Temperatur & Reize

  • Hitze vermeiden (verstärkt OI)
  • Reizüberflutung reduzieren, da sie das autonome Nervensystem zusätzlich belastet

3) Medikamentöse Optionen (allgemeine Übersicht)

Keine persönliche Empfehlung – nur die Kategorien, die in Leitfäden genannt werden.

Ärzt*innen nutzen je nach Symptomprofil u. a.:

  • Volumensteigernde Mittel
  • Gefäßtonus-steigernde Medikamente
  • Herzfrequenz-regulierende Medikamente
  • Medikamente gegen orthostatische Hypotonie oder PoTS, falls diese Formen vorliegen

Wichtig: Bei ME/CFS wird die Auswahl besonders vorsichtig getroffen, weil das autonome Nervensystem empfindlich reagiert und PEM durch Übertherapie verstärkt werden kann.

4) Alltag anpassen – speziell für ME/CFS

Diese Punkte stehen explizit im ME/CFS‑Leitfaden:

  • Tätigkeiten, die OI triggern, liegend durchführen
  • Pausen frühzeitig, nicht erst bei Symptomen
  • „Mikro‑Pacing“: viele kleine Abschnitte statt langer Belastungsphasen
  • Bei schwerer OI:
    • Körperpflege im Sitzen oder Liegen
    • Kurze Wege vermeiden
    • Hilfsmittel (Duschstuhl, Rollator, Rollstuhl) zur PEM‑Vermeidung nutzen

 

5) Diagnostik – warum sie wichtig ist

Für ME/CFS-Betroffene ist OI oft unsichtbar, weil Puls und Blutdruck normal sein können. Studien zeigen:

  • Bei 80 % der ME/CFS‑Betroffenen fällt der zerebrale Blutfluss im Kipptischtest ab – auch bei normalem Puls und Blutdruck.
  • Nur 30 % erfüllen die Kriterien für PoTS oder orthostatische Hypotonie.
  • OI kann also bestehen, ohne dass Standardmessungen auffällig sind.

 

Darum ist ein passiver Stehtest (NASA‑10‑min‑Test) oder ein Kipptischtest sinnvoll, wenn möglich.

6) Psychische Entlastung

Nicht als Therapie der OI – sondern zur Bewältigung der Belastung durch die Krankheit:

  • Begleitende Psychotherapie kann helfen, wenn gewünscht und möglich
  • Aktivitätssteigernde oder „Gedankenmuster“-Therapien sind kontraindiziert
  • Sportprogramme verschlechtern ME/CFS und OI nachweislich

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent mit Real Cookie Banner