Es gibt Situationen, da merkt man wieder, wie unterschiedlich Menschen ticken. Da macht jemand etwas aus reiner Freundlichkeit, aus einem warmen Gedanken heraus – und kaum landet es bei den „richtigen“ Leuten, wird daraus plötzlich ein völlig anderes Märchen gestrickt.
Genau so ein Fall ist mir heute begegnet.
Eine Freundin von mir, wirklich ein Herzmensch, hatte die Idee, meinen Enkel zu fragen, ob er mit uns in den Europapark fahren möchte. Eine schöne Idee, ein netter Gedanke, nichts Aufregendes. Sie hat – ohne es böse zu meinen – direkt bei meinem Sohn und seiner Frau nachgefragt.
Und da fängt das Problem an.
Denn in dieser Familie gibt es Menschen, die können aus einem harmlosen Satz ein Drama in drei Akten basteln. Da wird nicht gehört, was gesagt wurde, sondern nur das, was man gerne hineininterpretieren möchte. Und plötzlich wird aus einer gut gemeinten Frage eine „Einmischung“, ein „Plan“, ein „Einflussversuch“.
Ich sitze dann da und denke mir: „Aha. Wieder einmal wird aus einer Mücke ein Elefant – und ich soll am Ende erklären, wo der Rüssel herkommt.“
Das Lustige daran: Ich wusste nicht einmal, dass die Frage gestellt wurde. Ich war weder beteiligt noch informiert. Aber das hält manche Leute nicht davon ab, mich trotzdem in die Geschichte hineinzuziehen.
Es ist schon erstaunlich, wie schnell manche Menschen Dinge verdrehen können, wenn es ihnen gerade passt. Und wie selbstverständlich sie davon ausgehen, dass ich hinter allem stecke, was ihnen nicht in den Kram passt.
Dabei war es einfach nur eine liebevolle Idee einer Freundin. Nicht mehr, nicht weniger.
Ich nehme es inzwischen mit Humor. Ein bisschen Ironie hilft, wenn man merkt, dass andere sich ihre eigene Realität zusammenbauen. Ich bleibe bei mir, bleibe ruhig und lasse das Ganze dort, wo es hingehört: in der Kategorie „gut gemeint, aber bitte nächstes Mal vorher kurz fragen“.