6.September 2021

Ein Tag voller geschlossener Rollläden

Die ganze Woche über waren die Rollläden oben bei ihnen unten. Draußen strahlte die Sonne, warm, golden, ein Tag, der nach Kindheit roch. Aber von den Jungs war nichts zu sehen. Nichts zu hören. Nur Dunkelheit hinter den Fenstern.

Dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt, kroch mir schon seit Tagen unter die Haut.

Ich schrieb Kevin:

„Die Kinder sitzen den ganzen Tag im dunklen Kinderzimmer, obwohl Traumwetter ist. Merkst du wirklich nicht, dass das nicht richtig ist? Die Jungs sind nur einmal drei Jahre alt.“

Schon während ich tippte, wusste ich, dass es wahrscheinlich wieder ins Leere laufen würde. Aber ich konnte nicht schweigen. Nicht, wenn es um die Kinder ging.

Dann schrieb ich Brittany:

„Komm mit den Jungs raus, es ist Traumwetter!“

Keine Antwort. Einfach nichts. Dieses Schweigen tat weh. Es fühlte sich an, als würde ich gar nicht existieren.

Also versuchte ich es über die Haus‑Chatgruppe:

„Super Wetter – der Garten wartet auf die Kids.“

Diesmal kam eine Antwort. Sie würden auf ihre Mutter warten, ihre Tochter sei da. Ich schlug vor, trotzdem runterzukommen. Ich wollte doch nur, dass die Jungs raus an die frische Luft kommen.

Ich fragte vorsichtig, ob ich vielleicht mit ihrer Mutter sprechen könne. Vielleicht hätte sie mich verstanden. Vielleicht hätte sie gesehen, was ich sehe.

Aber Brittany blockte sofort ab:

„Möchte ich erstmal nicht.“

Auf mein „Warum?“ kam nichts, was wirklich eine Antwort war.

Ich schrieb nur noch:

„Lass wenigstens Danny raus.“

Es tat mir weh, so betteln zu müssen, damit ein Kind einfach draußen spielen darf.

Die Antwort war kühl, distanziert: Sie würden auf die Mutter warten und den Tag zusammen verbringen.

Und dann — ohne ein weiteres Wort — verließen sie und mein Sohn die Chatgruppe.

Ein Klick. Und ich war draußen. Ausgeschlossen. Abgeschnitten.

Was danach blieb, war dieses schwere Gefühl in der Brust: Hilflosigkeit. Traurigkeit. Und die immer gleiche Frage, die sich in meinem Kopf drehte:

Was mache ich falsch? Oder mache ich überhaupt etwas falsch?

Ich wollte doch nur, dass die Kinder Licht sehen. Frische Luft. Kindheit.

Aber an diesem Tag fühlte es sich an, als würde ich gegen eine Wand reden. Eine Wand aus Schweigen, Ablehnung und Kälte.

Von admin

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