26.Juni.2023
Heute war Dani mit mir unterwegs, um für meinen Geburtstag Kuchen zu kaufen. Ein schöner, kleiner Ausflug — dachte ich. So einer, der leicht sein sollte, unbeschwert, ein bisschen Oma‑Enkel‑Zeit.
Doch dann stand er neben mir, mein Dani, und ich sah ihn richtig an.
Sein T‑Shirt war voller Löcher. Nicht kleine, zufällige — sondern so viele, dass es aussah, als hätte es längst ausgetauscht werden müssen. Und an seinen Füßen: dicke Ski‑Socken. Bei dreißig Grad. In Halbschuhen.
Es war dieser Anblick, der mich traf. Nicht laut, nicht dramatisch — eher wie ein Stich, der tief sitzt, weil er etwas zeigt, das man nicht sehen will.
Er selbst war fröhlich, wie immer. Er hüpfte neben mir her, suchte sich Kuchen aus, erzählte mir kleine Geschichten, als wäre alles ganz normal. Und vielleicht ist es für ihn normal. Vielleicht kennt er es nicht anders.
Aber ich stand daneben und spürte dieses Ziehen im Bauch. Dieses Gefühl, wenn man merkt, dass ein Kind nicht so umsorgt wird, wie es sollte. Dass jemand nicht hinschaut. Oder nicht genug.
Ich sagte nichts. Ich wollte ihm den Moment nicht nehmen, wollte nicht, dass er merkt, wie sehr mich das trifft. Also lächelte ich, hörte ihm zu, ließ ihn entscheiden, welchen Kuchen wir nehmen.
Doch innerlich blieb dieses Bild: Ein kleiner Junge, der an einem heißen Sommertag in Ski‑Socken und einem löchrigen T‑Shirt neben mir steht — und der es wert wäre, dass jemand besser auf ihn achtet.