und ein Jahr voller verpasster Chancen“
Im Mai 2025 habe ich für Dani und Jaydi ein gebrauchtes Puky‑Rad gekauft. Ein richtig gutes – 20 Zoll, Rücktritt, 3 Gänge, stabil, sicher, perfekt für zwei Siebenjährige, die endlich Fahrradfahren lernen sollten. Ich habe es geputzt, geölt, eingestellt. Es sah aus wie neu. Und ich war stolz, weil ich wusste: Damit schaffen sie es.
Brit schrieb mir sogar eine SMS und bedankte sich. Das war selten genug, um mir richtig aufzufallen.
Mit Dani ging alles schnell. Zwei Tage. Mehr brauchte er nicht. Ein bisschen Mut, ein bisschen Lachen, ein paar kleine Stürze – und dann fuhr er. Frei. Stolz. Glücklich.
Ich zeigte Brit genau, wie ich es gemacht habe. Wie man ein Kind hält, wie man loslässt, wie man Vertrauen gibt. Aber sie hörte kaum zu. Sie war körperlich da, aber nicht wirklich anwesend.
Dann brachte mein Sohn ein zweites Fahrrad für Jaydi. Ein 18‑Zoll‑Rad, viel zu klein, völlig verrostet. Als Brit den Sattel höher stellen wollte, brach die Schraube einfach ab. Das war’s. Das Rad wurde nie repariert. Es stand nur herum – ein Symbol für alles, was man hätte tun können, aber nicht getan hat.
Und Jaydi? Er hat es in einem ganzen Jahr nicht gelernt. Nicht, weil er es nicht könnte. Nicht, weil er Angst hätte. Sondern weil niemand mit ihm geübt hat.
Manchmal frage ich mich, wie viele Chancen ein Kind verpasst, nur weil die Erwachsenen um es herum nicht hinschauen.