Gestern war einer dieser Tage, an denen ich eigentlich nur „normal“ sein wollte. Eine schöne Runde mit meinen zwei Hundedamen – die beiden haben wie immer getan, als wären wir auf einer Expedition ins Unbekannte. Danach dachte ich: Komm, schnell noch in den Netto, ein paar Sachen holen. Nichts Wildes. Nichts, was man planen müsste. Einfach Alltag.
Und dann stand ich an der Kasse und mein Körper hat beschlossen, dass Alltag heute nicht drin ist.
Es kam völlig überraschend. Erst dieses komische Schwanken, dann wurde mir heiß, als hätte jemand eine Wärmelampe direkt in meinen Kopf gehalten. Mir wurde schlecht, mein Kreislauf verabschiedete sich kommentarlos, und ich hatte dieses ganz klare Gefühl: „Ich kippe gleich um.“ Nicht dramatisch, nicht filmreif – einfach körperlich komplett am Limit.
Ich habe den Einkauf irgendwie ins Auto gebracht. Zuhause bin ich direkt ins Bett gefallen und eingeschlafen. Nicht, weil ich müde war, sondern weil mein Körper mich einfach ausgeschaltet hat. Wie ein Computer, der sagt: „Systemüberlastung. Neustart erforderlich.“
Was mich wirklich beschäftigt: Es passiert immer öfter. Immer schneller. Dinge, die früher selbstverständlich waren, fühlen sich heute an wie kleine Bergbesteigungen. Und ich merke, wie meine Belastbarkeit Stück für Stück schrumpft, als würde jemand heimlich die Grenzen enger ziehen.
Ich schreibe das nicht, um Mitleid zu bekommen. Ich schreibe es, weil ich weiß, dass viele von uns solche Momente haben – diese stillen Zusammenbrüche mitten im Alltag, die man niemandem zeigen will. Aber sie sind real. Und sie gehören ausgesprochen.
Manchmal sagt der Körper „Stopp“, auch wenn der Kopf noch „Weiter“ ruft. Gestern war so ein Tag.